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die zeit scheint zu rennen

Autor: Lina | Datum: 21 März 2012, 04:33 | 0 Kommentare

Zeit, das ist momentan mein Thema.

Immer fehlt mir die Zeit für den Blog, mein Tagebuch,

die Beantwortung der tollen Briefe von zu Hause…und und und                                                                                                                                                                                                    

Das liegt wohl daran, dass ich mir die Zeit für die Kinder nehme. Wer von euch meinen Rundbrief bekommt, hat es schon gelesen: ich werde nun eine Mal- und Bastelstunde anbieten, sowie einen kleinen Englischkurs. Den Kurs hat eine Vikarin (Theologistudentin, die Praxiserfahrungen sammelt) angefangen und ich habe mir gedacht, den führe ich weiter. Die Kinder haben mich auch danach gefragt, und wer solch einen Wissenshunger zeigt, den muss man doch stillen können, dachte ich mir. Außerdem werde ich für einen der Kirchenkreise hier einen weiteren Deutschkurs anbieten.


Seit dem Zwischenseminar scheint die Zeit gegen mich zu laufen.

In den ersten Monaten zählte ich die Stunden, die Tage, die Wochen und Monate, die nicht zu vergehen schienen, und nun schau ich auf den Kalender und ein halbes Jahr ist vorbei.

Wo ist nur die Zeit geblieben? Vielleicht bei den grauen Herren?

In letzter Zeit scheint es mir so, dass ich nicht mehr davon spreche, wie lange ich schon hier bin, sondern eher, wie lange ich noch hier bin. Irgendwie schade.

Bei diesen Gedanken um die Zeit viel mir meine Kinderheldin Momo wieder ein.

Momo nahm völlig unbeängstigt den Kampf gegen die rauchenden, grauen Herren auf.

Ich denke, ich sollte mich wieder zurückbesinnen, die Zeit hier genießen und mich auf die nächsten sechs Monate voller Abenteuer und neuer Erfahrungen freuen.

Jehu, es ist noch ein halbes Jahr Zeit, um tolle Erfahrungen zu machen.

Ich möchte euch von einem Kind hier erzählen, sie habe ich sehr ins Herz geschlossen.

Maria ist etwa 14 Jahre alt, sie kann nicht sprechen, aber ihre Gestik und Mimik spricht mehr als tausend Worte.

Von ihren Eltern wissen wir nicht viel, ihre Mutter arbeitet wohl in Malaysia und hat neu geheiratet und ihr Vater - vielleicht gestorben.

Maria ist sehr dünn, hat viel zu lange Gliedmaßen und krumm gewachsene Füße. Laufen ist für sie ein großer Akt, deshalb rutscht sie meist über den Boden. Allein aufstehen ist ihr wegen der langen Beine nicht möglich.

Wenn ich in der Schule zu tun habe, dann übe ich mit Maria das Laufen. Ich erfreue mich jedes Mal über ein Lächeln von ihr und wenn sie angerutscht kommt und quietscht vor Freude, wenn sie mich sieht, da wird es mir warm ums Herz, ich lasse alles stehen und liegen und knuddel sie erst mal eine Runde.

Abschließen möchte ich mit einem Bibelvers:  

Alles, was auf Erden geschieht, hat seine von Gott gegebene Zeit:

geboren werden und sterben, einpflanzen und ausreißen,

töten und Leben retten, niederreißen und aufbauen,

 weinen und lachen, wehklagen und tanzen,

Steine werfen und Steine aufsammeln, sich umarmen und sich aus der Umarmung lösen,

finden und verlieren, aufbewahren und wegwerfen

zerreißen und zusammennähen, schweigen und reden 

das Lieben hat seine Zeit und auch das Hassen, der Krieg und der Frieden

(Prediger 3,1-8)

Also, alles hat seine Zeit und ich werde meine Zeit hier weiterhin genießen und erst dann an zu Hause denken, wenn es so weit ist.Smile

Beppo der Straßenfeger machte seine Kehrarbeit auch immer nur Besenstrich für Besenstrich

Bis bald eure Lina

In dem neuen Fotoalbum findet ihr Fotos von meinen ersten Pfannkuchen hier und von meiner Arbeit in Lingga. Ich habe Biogas gemacht!!! Ja, das auf dem Foto ist Kuhmist, in dem ich wühle!

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