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Endlich angekommen

Autor: Lina | Datum: 21 November 2011, 08:24 | Kommentare deaktiviert

 

Der letzte Blogeintrag ist nun wieder eine Weile her, aber was soll ich euch sagen, seit einer Woche bin ich hier angekommen. Ich arbeite in der Schule, in Lingga zwei mal die Woche, unterstütze die Kinder und auch morgens klappt das Aufstehen immer besser. Wahrscheinlich werde ich auch noch mehr Deutschunterricht geben.

Mein hartnäckiger Husten ist einfach verschwunden, als ich nicht mehr daran gedacht habe, dass ich ihn habe. Momentan wird hier viel für Natal (Weihnachten) vorbereitet, jeden Morgen wird gesungen.

Ich habe dann gleich auch ein deutsches Weihnachtslied miteingebracht, „Oh Tannenbaum“. Es ist so toll, mit allen zu singen, auf der andern Seite ist es auch komisch, Weihnachten in einem Land zu verbringen, in dem es nicht schneit. Es kommt eine ganz andere Weihnachtsstimmung auf, als zu hause. Doch ich bin so froh, hier zu sein, und solche Erfahrungen machen zu dürfen. 

Vor allem lerne ich hier, mal weniger zu tun, sich nicht zu stressen und einfach mal alles auf sich zukommen zu lassen, und genau das fiel mir in der ersten Zeit so schwer. Ich habe eben viel zu lernen hier. Und das allerwichtigste ist, ich habe Spaß; mit den Mitarbeitern klappt die Kommunikation immer besser, das liegt wahrscheinlich daran, dass die Sprachbarriere immer kleiner wird.

Ein letztes noch, gestern war ich in einem besonderen Gottesdienst: Theologiestudenten, die fertig sind mit ihrem Studium, wurden in ihren Dienst als Pastoren eingeführt. Zuerst trafen sich alle am Modramen (Büro der Kirche), dann zogen wir, die Pastoren voran, durch die Stadt bis zu Kirche. Wir hatten Polizeibegleitung und ganz vorn fuhr in einem Pick-up der Posaunenchor. Dann erlebte ich eine traditionelle Begrüßung an der Kirche, mit Tanz und Gesang danach folgte ein sehr bewegender dreistündiger Gottesdienst. Nach diesem gab es noch eine Feier für alle 16 neuen Pastoren. Die Gemeinde hat bei der Feier traditionell getanzt, und ich mitten dabei. Ich kann es euch gar nicht richtig beschreiben. Aber schaut euch einfach die Bilder an, dann könnt ihr es vielleicht ein bisschen nachvollziehen.

Bis bald, Lina

 

 

 

Meine Lieben,

Autor: Lina | Datum: 09 November 2011, 07:25 | Kommentare deaktiviert

 

in der letzten Zeit ging es mir hier nicht ganz so gut. Ich hatte oft schlechte Laune, weil nichts so klappen wollte, wie ich es gern wollte. Im Unterricht kamen wir nie zu den Inhalten, die ich gern vermittelt hätte, in der Schule kam ich auch nicht voran. Ich war oft sehr müde, habe vieles in Frage gestellt und mich einfach nicht wohl gefühlt in meiner Haut.

Seit letzter Woche habe ich jedoch einen richtigen Arbeitsplan, er legt fest, wo ich mich wie einbringen kann. Auf der einen Seite freut mich das sehr, denn so kann ich die Kinder noch besser kennenlernen und meine Ideen von Spiel- und Bastelaktionen endlich umsetzen. Auf der anderen Seite überfordert mich manches auch. Wenn ich zum Beispiel morgens in einen Wohnbereich komme und sich ein Kind eingenässt hat, dann ist das einfach noch zu viel für mich. Das kann ich noch nicht erledigen.

Aber nach der ganzen Zweifelei kam dann das Wochenende: Am Samstag bin ich mit einigen Vorstandsmitgliedern nach Lingga gefahren, wir haben uns dort die neue Kompostiermaschine angeschaut. Ein richtiges Erlebnis (siehe Fotos). Eigentlich ist diese Maschine so etwas wie der Schredder bei uns zu Hause, nur mit einem Motor, der wesentlich lauter ist und viele Abgase in die Umwelt lässt. Jetzt hat Lingga eine Maschine zur Kompostierung und eine kleinere, um das Gras klein zu machen, als Futter für die Kühe.

Viel ist dann am Samstag nicht mehr passiert, habe einiges erledigt wie Wäsche waschen, E-Mails schreiben und so weiter.

Am Sonntag, es regnete mal wieder aus Eimern, bin ich allein in den Gottesdienst gegangen und ich glaube, das hat richtig gut getan, denn meine Sorgen, Gedanken und schlechte Laune habe ich in einem Gebet bei Gott gelassen, soll er sich mal darum kümmern.

Außer einem hartnäckigen Husten, der wegen des ständigen Wetterwechsels nicht verschwinden will, geht es mir seitdem sehr viel besser. Der immer wieder aufkommende Regen macht mir nichts mehr aus. Und ich habe mir jetzt vorgenommen, mal etwas entspannter zu sein, mir nicht mehr zu viel vorzunehmen und es zu akzeptieren, dass der Deutschunterricht sich auch mal von selbst ergeben kann.

Ich habe mich zu diesem Jahr entschieden, und ich werde jetzt einfach mal meinen Weg gehen. Wie ich zu Anfang mal schrieb, Beppo der Straßenkehrer sah auch nicht seine lange Straße, sondern eben immer nur den nächsten Besenstrich. Also immer schön step by step.

Als ich am Sonntag vom Gottesdienst zurückkam, war eine deutsche Besuchergruppe Diakonissen im Haus.Wir aßen gemeinsam zu Mittag und im Gespräch kam dann auf, dass ich dunkles Brot zum Frühstück vermisse. Die Besucher erzählten dann, dass sie Schwarzbrot UND Wurst aus Deutschland mitgebracht hatten. Da ich am Montag sowieso immer meinen freien Tag habe, wurde ich eingeladen, die Gruppe den restlichen Tag und am Montag zu begleiten, um mal ein deutsches Frühstück genießen zu dürfen. Die Tage mit den Schwestern waren sehr schön, wir haben viel miteinander gelacht und ich habe viel von meiner Zeit hier erzählt und viel Anerkennung, Lob und Verständnis für meinen Tiefpunkt erhalten.

Und nun sage ich mir immer, nach jedem Tief kommt schließlich immer auch ein Hoch und dieses Hoch wird jetzt ganz lang sein und mich lange tragen.

Nun werde ich gleich meine nächste Deutschstunde geben, heute ist mal Grammatik dran. Das muss auch mal sein.

Bis bald Lina

(Jetzt ist es wieder ein so langer Text geworden)