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Sorgen

Autor: Lina | Datum: 27 September 2011, 10:47 | Kommentare deaktiviert

für alle die, die sich Gedanken um mich und meine Gesundheit hier machen:

Es geht mir wieder gut, war wohl der Kulturschock schlechthin und alles neu und anders und so....

Mir wird es hier wirklich sehr leicht gemacht, mich einzuleben.

Ganz liebe verregnete Grüße aus der Ferne

Lina

 

So langsam kehrt ein Alltag ein,

Autor: Lina | Datum: 27 September 2011, 10:44 | Kommentare deaktiviert

Nun ist meine dritte Woche in Kabanjahe angefangen.

Meine Woche beginnt hier am Sonntag mit dem Besuch eines Gottesdienstes. Ob nun hier direkt neben Alpha Omega oder eben in einer Nachbarstadt. Wobei hier Nachbarstadt gleich bedeutet, dass man sich mit einer 30-60 minütigen Fahrt auf die Reise macht.

Mein Tag beginnt gegen 6.15Uhr, dann stehe ich auf, die Kinder sind schon seit einer halben Stunde wach. Nach dem ich mich aus dem Bett quälte, wenn man seit drei Monaten frei hatte und immer erst gegen neun Uhr aufgestanden ist, ist knapp sechs für einen ziemlich früh.

Na ja, auf jeden Fall werde ich spätestens bei der kalten Dusche wach. Dusche ist hier auch zu viel gesagt, in meinem Badezimmer steht eine Tonne, in der ist zum Glück immer genügend Wasser, aus dieser schöpfe ich dann mit einer Kelle Wasser und dieses schütte ich mir über den Körper. Da mir nachts eigentlich immer warm ist, weil ich mit Schlafsack und Wolldecke schlafe, ist diese Dusche am Morgen auch eher erfrischend und eben ein toller Wachmacher. Den Kaffee zum wach werden kann ich nämlich nicht trinken, erstens trinken die anderen Mitarbeiter auch keinen und zweitens, wenn es Kaffee gibt, dann ist er so sehr süß, dass ich mir Sorgen um meine Zähne mache. Also steige ich eben auf Tee um, den es hier auch immer für die Kinder gibt. Dieser ist ebenso süß, aber ich verdünne ihn mir immer mit Wasser.

Dann wird auf die Schulglocke gewartet und ich gehe mit den Kindern auf den Hof, um zur Schule zu gehen. Bevor die Schule für die Lehrer und Mitarbeiter beginnt, gibt es jeden Tag eine kurze Andacht. Einmal im Monat auch eine auf Englisch. Diese Andacht war letzte Woche und ich musste mich auf Englisch allen vorstellen, das war vielleicht ein Spaß. Doch aus irgendwelchen Gründen hat es ganz gut geklappt und alle haben verstanden, was ich sagen wollte. Englisch im Alltag zu gebrauchen ist eben doch etwas anderes, als in der Schule.

Dann gebe ich mich immer ein wenig in der Schule ein, einige Kinder lernen Buchstaben und lesen, andere wiederum rechnen, viele nutzen ihre handwerklichen Fähigkeiten beim nähen,  batiken oder bauen von Putzwedeln.

Die Dinge die dort entstehen werden auf Märkten oder bei den Gottesdiensten außerhalb Kabanjahes verkauft.

Schule ist so etwa bis 12.30Uhr, dann gibt es Mittagessen, und danach eine längere Mittagspause, in der die Kinder sich ausruhen können. Gegen 16:00 Uhr stehen alle wieder auf und man trifft sich im Innenhof um zu singen, Geschichten zu erzählen und um dann später noch ein kleinen Lunch einzunehmen. Gegen 18.30Uhr ist dann Abendessen und danach geht der Großteil der Kinder ins Bett, die Älteren dürfen noch ein bisschen fernsehen und um 21Uhr gehen auch diese ins Bett. Wir Mitarbeiter folgen dann spätestens gegen 22Uhr todmüde den Kindern.

Ich muss sagen, momentan bin ich, auch wenn ich noch nicht zu viel zu tun habe, immer wieder kaputt. Das liegt wahrscheinlich an den vielen täglichen Eindrücken.

Letzten Sonntag war ich übrigens bei einer Mitarbeiterin Alpha Omegas, die ihr erstes Kind bekommen hatte und ich habe ein zwei Wochen junges Baby auf dem Arm gehabt. Das war richtig süß. Ich erlebe hier wirklich jeden Tag etwas, und alles kommt sehr spontan. Es heißt dann einfach:

Lina möchtest du mitkommen, Lina heute kommt der und der, er möchte dich kennen lernen. Später gehen wir noch was essen, möchtest du mitkommen. Ich gehe zum Markt, willst du mit.

Häufig stimme ich dem zu. Es ist alles so spannend hier.

Vor allem sind aber die Mitarbeiter und Kinder echt Klasse, sie fragen mich immer wieder, was ich möchte, ob mir etwas fehlt. Von allen aber kommt die Frage „ Sudah makkan“, hast du schon gegessen. Hier scheint wirklich das Essen Mittelpunkt des Lebens zu sein. Wie man auch am Tagesablauf sieht wird hier immer wieder gegessen. Ich muss dann manchmal sagen, ich bin satt oder ich esse nur eine kleine Portion.

Was ich hier aber viel tue, ich singe, man glaubt es ja kaum. Mit den Kindern, in der Schule, abends, wenn ich sie ins Bett bringe oder mittags, wenn wir zusammen sitzen, auf indonesisch oder auch einige Lieder auf deutsch.

Ihr seht, es wird immer besser

Eure Lina

 

Alles anders als gedacht

Autor: Lina | Datum: 18 September 2011, 17:14 | Kommentare deaktiviert

Nun bin ich seit über einer Woche hier in Kabanjahe und mir kommt es vor wie eine Ewigkeit, dass ich mich am 04.09.2011 bei meiner Familie und Freunden in Deutschland und dann am 08.09.2011 in Singapur von den anderen Freiwilligen verabschiedet habe.

Irgendwie hatte ich mir vieles anders gedacht, wie zum Beispiel meine Aufgabe hier zu finden, die Sprache zu lernen und die Beziehung zu den Kindern und Mitarbeitern aufzubauen. Die Kinder und Mitarbeiter sind alle sehr freundlich und liebevoll zu mir und versuchen überall, mir den Start hier zu erleichtern. Aber das ist gar nicht so leicht, vielleicht sollte ich jetzt damit anfangen, mehr Gelassenheit in allem zu bekommen, alles einfach mal auf mich zukommen zu lassen.

Hier nun eine Zusammenfassung der letzten Tage in Alpha Omega.

Die erste Nacht in Alpha Omega, ja die habe ich gar nicht hier verbracht, irgendwie hatte ich Angst allein zu sein und wahrscheinlich auch etwas Heimweh. Mit kleinem Wörterbuch und langem hin und her hatte ich mein Problem geschildert und Schluss endlich bei Maria geschlafen. Wobei sich das hinterher als auch nicht so gut herausstellte, ich konnte erst um 01:00 Uhr schlafen und musste um 07:00 Uhr wieder aufstehen, um gegen acht Uhr in Alpha Omega zu sein.

Es war Sonntag und ich besuchte meinen ersten Gottesdienst. Da ich einfach völlig unterschlafen war und es sehr kalt war (Temperaturen wie im Herbst in Deutschland), musste ich mich sehr anstrengen, nicht einzuschlafen. Der Gottesdienst hat mir sehr gefallen, die Gemeinde wird immer wieder mit einbezogen und ein Teil der Kinder aus Alpha Omega, die mitgekommen waren, trugen ein Lied zum Gottesdienst bei.

Am Montag hatte ich noch nichts zu tun, ich werde wohl die erste Zeit nutzen, den Alltag hier im Kinderheim und die Kinder kennen zu lernen. Außerdem habe ich durch das viele Reis und Kuchen essen Bauchweh bekommen. Aber wer glaubt, hier gäbe es nichts Gutes zu essen, der irrt; hier gibt es an jeder Ecke leckere Kleinigkeiten. Mittags war ich bei Familie Barus zum Essen eingeladen und nach dem Essen konnte ich zu Benyamin ins Büro und habe dort meine E-Mails gecheckt.

Am Dienstag habe ich mich dann mal allein auf die Straße getraut, das sollte sich als ein kleiner Fehler herausstellen, denn zum einen haben mich einfach alle angequatscht mit „Lady, what´s your name? Where are you from“? Und die Indonesier, die in Autos vorbeifuhren, die haben ständig gehupt. Und dann habe ich mich auch noch auf dem Weg zu Benyamin verlaufen, na super. Ich habe zum Glück zurück zu Alpha Omega gefunden und dort hat man mir geholfen, den Weg zu Benyamin zu finden.

Am Abend gab es noch ein Treffen der Alpha Omega Stiftung, hier habe ich mich offiziell vorgestellt und wir haben vereinbart, dass ich die erste Zeit im Heim und in der Schule verbringen werde und später dann mal eine Zeit nach Linga gehen werde; Linga, das ist das Ackerland, welches auch zu Alpha Omega gehoert.

Mittwochs bin ich morgens mit den Kindern aufgestanden und habe versucht, meinen Tag mal wieder mit Reis zu beginnen und was soll ich euch sagen? Es ging ganz gut. Ich habe beschlossen, nun nach einer Woche Extrawürsten die Mahlzeiten mit den Kindern einzunehmen. Ich äußere einfach, wenn ich etwas nicht mag und das lasse ich dann einfach weg. Mit der Methode geht es mir und meinem Magen am besten.

Meine Kommunikation ist momentan ein absolutes Kauderwelsch zwischen deutsch, englisch und meinen wenigen Brocken indonesisch. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter immer wieder versuchen mir noch karonesisch, die Sprache der hier lebenden Menschen beizubringen.

Am Freitag hatte ich mein erstes Erfolgserlebnis, ich habe gelernt, mit einer Nähmaschine zu nähenLaughing Am Abend bin ich dann aus mir unerklärlichen Gründen krank geworden, Fieber, Schüttelfrost, die Knochen tun weh. Nun liege ich im Bett, bin auf dem Weg der Besserung und habe Zeit zu schreiben. Aber Kopf hoch, dann werden sich die Probleme mit der Umstellung, der Sprache und den Aufgaben hier schon geben.

Einfach wie Beppo der Straßenfeger denken: „Schritt für Schritt, Besenstrich für Besenstrich, dann wirkt die Straße gar nicht mehr so lang.“

Wir werden sehen, ich kann schneller indonesisch als ich jetzt denke Smile und dann, aber daran will ich jetzt noch nicht denken, bin ich schneller zurück als ich es mir nur vorstellen kann.

 

Bis bald eure Lina

 

Man muss die Feste feiern wie sie fallen

Autor: Lina | Datum: 11 September 2011, 11:29 | Kommentare deaktiviert

Gestern habe ich nach meiner Ankunft nur noch geschlafen, anscheinend hatte ich etwas nachzuholen. Nachdem ich in Singapur nichts von einem Jetlag bemerkt hatte, war das wohl nun einer Smile. Heute Morgen bin ich dann  ausgeruht aufgestanden und habe mal wieder Nudeln gefrühstückt.

Nach dem Frühstück ging es dann das erste Mal zum Alpha Omega Haus. Dort wurde ich von vielen Kindern und wichtigen Personen empfangen, alle fragten mich, wo Rebecca sei. Das war für mich schon ein wenig seltsam, aber aus Sicht der Kinder sicher verständlich. Und ich denke, dass die Kinder mich sicherlich auch sehr bald in ihr Herz schließen werden. In Alpha Omega habe ich mir nur kurz mein Zimmer angesehen und einige Dinge abgeklärt. Morgen werde ich dann schon nach dorthin umziehen.

Nachdem ich bei Alpha Omega war, ging es zu einer Hochzeitsfeier. Gestern war die Zeremonie und heute wurde dann gefeiert. Ich wurde von allen möglichen Menschen angesprochen und angeschaut. Aber ich denke, dass ist normal, denn ich sehe eben ganz anders aus als die Indonesier, die auf Sumatra leben.

Bis bald Lina

 

Ankunft in Kabanjahe

Autor: Lina | Datum: 09 September 2011, 12:11 | Kommentare deaktiviert

Heute, Donnerstag den 08.09.2011 bin ich um 04.00 Uhr morgens aufgestanden, um um 5.30 Uhr am Flughafen in Singapur zu sein. Mein Weiterflug nach Medan, Nordsumatra, ging um 7.30 Uhr. Nach einer turbulenten Taxifahrt (der Fahrer hatte es aus irgendwelchen Gründen sehr eilig und wahrscheinlich einen Bleifuß) wurde mir am Flughafen schlagartig klar:

Du bist nun ein Jahr völlig auf dich allein gestellt und kannst nun nicht mehr zurück.

Den Flug nach Medan habe ich dann mal locker verschalfen.

Am Flughafen in Medan sah Annika sofort mein Abholkomando: Benyamin, meinen Mentor, eine Verantwortliche von Alpha-Omega, sie heißt Maria und den Fahrer des Alpha Omega Busses. Zusammen haben wir noch mit Annika auf ihren Abholdienst gewartet. Mit einer herzlichen Verabschiedung trennten sich unsere Wege.

Da mein Abholdienst auch so früh aufgestanden war und noch nicht gefrühstückt hatte, holten wir dies in der Stadt nach. Und was soll ich euch sagen, es gab zu meinem Erstaunen keinen Reis aber gebratene Nudeln. Okay, Benyamin hat mich gefragt, was ich frühstücken möchte. Kurz danach sind wir noch zu einem Money-changer gefahren, um meine letzten Euros in indonesische Rubiah zu wechseln. Von Medan aus ging es in einer rasanten Fahrt nach Kabanjahe. Die weitere Busfahrt habe ich nur noch geschlafen, ich hatte es wohl nötig.

In Kabanjahe angekommen wurde ich zu einem Pastoren-Ehepaar gebracht, welches einige Jahre in Deutschland gelebt hatte und wo ich nun die ersten Tage verbringen werde.

Bis zum nöchsten mal grüßt alle

 Lina

 

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