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Abwarten und Tee trinken,

Autor: Lina | Datum: 28 Juni 2012, 07:01 | Kommentare deaktiviert

 

Meine Lieben, nun finde ich die Zeit, hier mal wieder etwas zu schreiben.

Warum habt ihr so lange nichts von mir gehört?

Nun ja, nach dem Besuch meiner Eltern bin ich mit neuer Motivation und Ideen durchgestartet und habe mich voll und ganz der Arbeit gewidmet ;)

Diese läuft nun richtig gut, ich habe endlich meine Aufgaben gefunden und fühle mich nun gebraucht. Das tut mir sehr gut. In der Schule habe ich ein neues Talent entdeckt, das batiken. Wir machen hier in Alpha Omega vieles selbst, um es dann bei bestimmten Gelegenheiten zu verkaufen. Nun helfe ich dabei, Taschen und Taschentücher zu bemalen. Zuvor wird ein Motiv auf ein Stück weißen Stoff gezeichnet, dann mit heißem Wachs die Ränder nachgemalt und zum Schluss mit Wasserfarben ausgemalt.

Dadurch entstehen tolle Motive und Bilder. Jedes Mal bin ich verwundert, wie sich die Farben verändern, wenn sie in der Sonne trocknen bzw. wenn die Tücher ausgewaschen und die Farbe fixiert worden ist.

Im Nachmittagsbereich habe ich den Versuch gestartet, den Kindern Gummitwist bei zu bringen, das schlug leider fehl. Doch schnell hatten wir das Twist zu einer Hochsprungmarkierung umfunktioniert. Ein anderes Mal habe ich mit den Kindern kleine Überraschungsboxen gebastelt, was damit noch passiert, wird natürlich noch nicht verraten. Ich sage nur, dass es ziemlich viele waren.

Über Himmelfahrt war ich mit meiner indonesischen Familie in Bukit Lawang, das ist ein Resort für Menschenaffen, kurz Orang-Utans. Ich habe welche in freier Laufbahn gesehen, ein Affe ist sogar eine Handbreit von mir entfernt hergelaufen. (Bilder davon findet ihr im neuen Album). Ich muss sagen, dieser Ausflug war spannend, doch zwischendurch hatte ich doch eher das Gefühl, in einem Freiluftzoo zu sein.

Ach ja, und dann war da noch der Bewerbungsstress. Ich musste mich in den letzten Tagen an den unterschiedlichsten Unis und FHs bewerben. Nachdem ich eigentlich fertig war mit meinen Bewerbungen packte mich die Panik, dass ich im September bzw. Oktober keine Zusage habe und ich ohne was da stehe. Also noch mal schnell ein paar FHs und Unis rausgesucht und fix beworben. Das war ein Stress und eine Anstrengung und ohne Hilfe aus Deutschland auch überhaupt nicht zu schaffen. Aber jetzt ist das vorbei und es heißt zurücklehnen, entspannen, abwarten und ein teh manis trinken.

Letzte Woche war ich dann auf der Hochzeit eines Freundes oder Verwandten, wie man will. Hochzeiten gehen hier drei Tage: am ersten Tag kommt der Pfarrer ins elterliche Haus, segnet dies und das Brautpaar. Am zweiten Tag ist die Trauung in der Kirche, das Paar zieht mit enger Verwandtschaft ein, es gibt eine Predigt, viel Gesang die eigentliche Trauung und vor allem viele Fotos ;) . Am dritten Tag wird dann in einem Jambur (im Dorf der Treffpunkt, Versammlungsort oder eben Festsaal) gefeiert und das von morgens bis abends. Ich kann das gesehene gar nicht so beschreiben, es war einfach unglaublich und unvorstellbar und es wurde mit mehreren 1000 Menschen gefeiert, und dies ist dann auch nur die engere Verwandtschaft ;)

Jetzt sind hier Ferien und ich habe Zeit, mal hier in den Blog zu schreiben, mein Tagebuch zu aktualisieren und mich schon mal um den Abschied hier zu kümmern. Tja, da kommen Fragen wie die: Wann feier ich Abschied, was schenke ich und und…mein Zimmer ist mal wieder neben euren Karten gefüllt mit Notizzetteln, damit ich auch bloß nichts vergesse.

So, nun wünsche ich euch eine tolle Restzeit ohne mich, genießt sie und dann sehen wir uns schon in wenigen Wochen, ja ich kann die Wochen schon zählen, wieder.

Liebe Grüße Lina

 

FOTOS!!!!!

Autor: Lina | Datum: 10 Mai 2012, 09:29 | Kommentare deaktiviert


Fotos findet IHr übrigens im neuen Album :)
 
P.S. ihr seid alle herzlichst eingeladen meine Blogbeiträge auch zu kommentieren....würde mich über Rückmeldungen freuen :) 

 

Touri-Guide for German VIPs

Autor: Lina | Datum: 07 Mai 2012, 05:56 | Kommentare deaktiviert

 Hallöchen, Selamat Siang, wie man hier zur Vormittgaszeit sagt. Smile

Bevor ich wieder anfange mich dafür zu entschuldigen, dass der letzte Eintrag wieder einmal eine ganze Weile her ist, fange ich besser an. (Habe ich mich jetzt nicht doch irgendwie entschuldigt?!)

Im April konnte ich Besuch aus Deutschland empfangen, meine Eltern waren für drei Wochen hier.

Schon Wochen vorher hatte ich ihren Aufenthalt geplant, Planungen wieder umgeworfen und selbst als das Programm stand, war ich nicht sicher, ob das alles so hinkommt…man kann hier einfach nicht weiter als einen Tag planen. Nun gut, es kam der 02.04.12, Mama und Papa sollten um 8.00 Uhr in Medan landen. Ich bin morgens sehr früh aufgestanden und als ich schon einige Zeit auf dem Weg war, erhielt ich ein kurze SMS: "Lina, wir haben unseren Anschlussflieger verpasst und können erst heute Abend um 22 Uhr ankommen". Oh Mann, da freue ich mich eine halbe Ewigkeit und dann das.

Nun gut, mit etwas Verspätung und auf Umwegen kamen die zwei dann am Abend an. Die Begrüßung viel dürftig aus. Es war eine komische Situation, schließlich hatten wir uns sieben Monate nicht gesehen, doch nach kurzer Aufwärmphase war alles wie immer.

Die erste Woche verbrachten wir zusammen in Alpha Omega, ich konnte meinen Eltern mein tägliches Leben zeigen. Hier zeigte sich schnell, was für mich schon „normal“ geworden ist, das war für meine Eltern absolut fremd, anders und schwer zu verstehen. Doch mit Ruhe, Gelassenheit und vielen Erklärungen war das schnell aus der Welt geschafft. Nach einem gelungenem Osterfest, wird in Alpha Omega übrigens nicht so vorbereitet und zelebriert wie Weihnachten, ging es am Ostermontag in den gemeinsamen Urlaub, die Insel Nias war unser Ziel. Hier erlebte ich mein erstes und hoffentlich einziges Erdbeben (Stärke 8,5). Ein komisches Gefühl, wenn der feste Boden unter den Füßen plötzlich anfängt zu schaukeln. Muss ich nicht noch mal haben. Von Nias aus fuhren wir noch für ein paar Tage zum Tobasee, einem riesigen Vulkansee (Wikipedia gibt mehr Infos). Eine gelungene Urlaubswoche.

Am Montag (16.08.12) kam mein Tag, ich wurde in eine karonesische Familie aufgenommen, sozusagen adoptiert. Es war ein rauschendes Fest mit Gottesdienst, diversen Ansprachen, Musik, Tanz und natürlich Essen. Nun heiße ich Lina Lützenbürger beru Barus (Name des Vaters) bere Tarigan (Name der Mutter).

Ich habe hier nun zwei Schwestern und einen 12jährigen Bruder. Durch den Familiennamen gehöre ich nun noch mehr dazu, man geht ganz anders mit mir um. Eine sehr schöne Tradition.

Exkurs: Für die hier lebenden Menschen, die Batak, ist der Familienname sehr wichtig. Er sagt aus, von wem man kommt und vor allem sagt er aus, wie man miteinander verwandt ist bzw. wen man heiraten darf und wen nicht. Es gibt insgesamt 5 Clans, in jeder der 6 Regionen haben diese Clans andere Namen, sind aber miteinander zu vergleichen. Wenn ich mich nun jemandem mit meinem karonesischen Familiennamen vorstelle, bekomme ich sofort erklärt, wie ich mit ihm oder ihr verwandt bin und was ich nun zu ihr sagen darf z.B. bibi= Tante, mama=Onkel mami (das ist die Frau vom Onkel), iting=Oma,  bangung=Opa und so weiter. Diese Großfamilien sind ein wichtiger Schutz und Hilfe für den Einzelnen, sie stellen sowas wie soziale Hilfe, Krankenversicherung und Hilfe im Alter dar.

Während des Urlaubs meiner Eltern sind wir noch einen der Vulkane in unserer Nähe bestiegen, haben mit der GBKP den 122ten Geburtstag der Kirche gefeiert und einige Tagesausflüge in die Umgebung gemacht. Und einen Teil der geplanten Urlaubsaktivitäten haben wir einfach gelassen, es war schon so genug.

Der Abschied am Flughafen war grausam, viel schlimmer als der vor sieben Monaten, als ich mich für ein ganzes Jahr verabschieden musste und  hier in eine unbekannte Welt zog. Aber nach dem Aufenthalt meiner Erltern ist hier schnell der Alltag wieder eingekehrt.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die tolle Zeit mit euch bedanken. Ich freue mich auch auf zu Hause und die Freunde in Deutschland, aber ebenso werde ich die restliche Zeit hier voll erleben.

 

Mit lieben, sonnigen und ganz freundlichem Gruß Lina

 

texte

Autor: Lina | Datum: 21 März 2012, 09:54 | Kommentare deaktiviert

die neuen Fotos findet ihr im Album

"Pfannkuchen und Landarbeit"

 

die zeit scheint zu rennen

Autor: Lina | Datum: 21 März 2012, 04:33 | Kommentare deaktiviert

Zeit, das ist momentan mein Thema.

Immer fehlt mir die Zeit für den Blog, mein Tagebuch,

die Beantwortung der tollen Briefe von zu Hause…und und und                                                                                                                                                                                                    

Das liegt wohl daran, dass ich mir die Zeit für die Kinder nehme. Wer von euch meinen Rundbrief bekommt, hat es schon gelesen: ich werde nun eine Mal- und Bastelstunde anbieten, sowie einen kleinen Englischkurs. Den Kurs hat eine Vikarin (Theologistudentin, die Praxiserfahrungen sammelt) angefangen und ich habe mir gedacht, den führe ich weiter. Die Kinder haben mich auch danach gefragt, und wer solch einen Wissenshunger zeigt, den muss man doch stillen können, dachte ich mir. Außerdem werde ich für einen der Kirchenkreise hier einen weiteren Deutschkurs anbieten.


 (weiter)

 

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